Altes Ägypten – was war vorher?

Die Zeit am Nil vor Beginn der Dynastien ist geprägt vom Auftauchen und Vergehen verschiedener teils seßhafter und teils nomadischer Kulturen. Um etwa 7500-3500 v.Chr. herrschte das Neolithische Subpluvial (=Neolithische Regenzeit), das die Sahara zu einer grünen und fruchtbaren Savanne mit zahlreichen transsaharischen Reiserouten machte. Als das nordafrikanische Grünland zunehmend austrocknete und sich zur Wüste entwickelte, wurden die nomadischen Jäger-und-Sammler-Völker vermehrt seßhaft und zogen sich an die Küstengebiete sowie an die fruchtbare Niloase zurück.

Nilflut an den Pyramiden von Gizeh, Wikimedia Commons

Nilflut an den Pyramiden von Gizeh, Wikimedia Commons

Haflan-Kultur

Von ca. 18.000 bis 12.000 v.Chr. siedelte die Haflan Kultur am Nil im Gebiet Ägyptens und Nubien. Erste Siedlungen lassen sich jedoch schon bis 24.000 v.Chr. zurückdatieren. Sie lebten teils nomadisch, es lassen sich aber auch Nachweise längerer Aufenthalte an einigen Orten finden. Zu den Artefakten dieser Kultur zählen Steinwerkzeuge und Malereien. Gelebt haben sie von der Jagd und der Fischerei, es gibt aber auch Hinweise auf die Haltung von Herdentieren.

Qadan-Kultur

Etwa 13.000 bis 9.000 v.Chr. besiedelt die Qadan Kultur das spätere Oberägypten. Sie lebten vorwiegend von der Jagd und sammelten bestimmte Wildgräser und Wildgetreide, die sie zubereiteten und konservierten. Auch sie hinterließen eine Reihe von Steinwerkzeugen zu denen auch Waffenteile wie Speer- und Pfeilspitzen gehörten. Auch weist diese Kultur Spuren ritueller Begräbnisse auf.

Harifian-Kultur

In der Negev Wüste im heutigen Iran ist die Harifian-Kultur von 8.800 – 8.000 v.Chr. belegt. Typisch für diese Kultur sind halb in den Boden eingelassene Wohnstätten. Sie lebten von der Jagd und ihre steinzeitliche Waffentechnik war bereits etwas entwickelter als die ihrer Vorläuferkulturen. Sie stehen in enger Verbindung mit der Fayum-Kultur, die zu den vorgeschichtlichen Kulturen des späteren Ägyptens zählen.

Nabta-Playa

Hier handelt es sich nicht um eine Kultur sondern um einen besonderen Ort von prähistorischer Bedeutung, der sich etwa 800km südlich von Kairo und 100km westlich von Abu Simbel befand, nämlich Nabta-Playa. Es handelt sich dabei um eine Salztonebene in der Nubischen Wüste.

Playas sind meist aus ganzjährig gefüllten Paläoseen entstanden, von denen es in der  Sahara mehrere gab. Zu den vier größten gehören Mega-Tschad  mit ca. 1,95 Millionen km² (also das 5-fache des Kaspischen Meers), der Darfur-Megasee (ca. 30.000 km²) und der Mega-Fezzan (ca. 150.000 km²). Das zunächst aride, also trockene Klima der Sahara hielt noch bis ca. 12.000 Jahre v.Chr. an, bis es sich ca. 7.000 allmählich zum Monsunklima entwickelte mit den typischen langanhaltenden Regenfällen, Überschwemmungsphasen und ausgedehnten Trockenperioden, die für die Grüne-Sahara-Periode sorgten. Diese Klimabschnitte bestimmen später die drei Jahreszeiten des altägyptischen Kalenders Achet (“Überschwemmung”), Peret (“Hervorkommen der Saat, Wachstum”) und Schemu (“Zeit der Hitze”) und werden zum mythologischen Thema unterschiedlichster kultischer Feste.

Skizze von Nabta Playa, Wikimedia Commons

Skizze von Nabta Playa, Wikimedia Commons

Bekannt ist Nabta-Playa vor allem für seine archäoastronomischen Monumente aus der Jungsteinzeit. Es handelt sich dabei um einen Steinkreis der noch 1000 Jahre älter als Stonehenge ist. Vermutlich war das Areal nur zeitweise besiedelt und diente als Sommerquartier für Halbnomaden. Die Zeitbestimmung war daher ein wichtiger Aspekt. Die ersten Keramikfunde in Nabta Playa können bis ca. 6000 v.Chr. zurückdatiert werden. Auch Spuren eines Rinderkults lassen sich nachweisen, aus dem sich der spätere in Ägypten so berühmte Hathor-Kult entwickelt haben könnte.

Nabta Playa Kalender Monument (Rekonstruktion im Aswan Nubia museum), Wikimedia Commons, Foto: Raymbetz

Nabta Playa Kalender Monument (Rekonstruktion im Aswan Nubia museum), Wikimedia Commons, Foto: Raymbetz

Fayum-Kultur

Zwischen 9.000 und 6.000 v.Chr. gibt es sehr wenig Funde, die auf eine Besiedelung hinweisen. Um 6.000 v.Chr. tauchen dann aber wiederrum Siedlungsspuren auf, die der Fayum-A-Kultur zugeordnet werden. Die Fayum-Kultur und wird in der Archäologie in Fayum A und Fayum B eingeteilt. Ihre Blütezeit herrscht um 4.500 v. Chr.

Die Fayummenschen lebten vor allem von der Jagd, Viehzucht, Fischerei und vereinzeltem Getreideanbau. Der Name Fayum stammt von der Gegend in der diese Kultur gefunden wurde, nämlich das Fayum-Becken eine große sumpfige Niederung im Niltal, die im Gegensatz zu ihrer Umgebung eine beachtliche Vegetation aufweist.

Die Fayyum Oase, Wikimedia Commons, Foto: cynic zagor (Zorbey Tunçer)

Die Fayyum Oase, Wikimedia Commons, Foto: cynic zagor (Zorbey Tunçer)

Über den Stand der Fortschrittlichkeit dieser Kultur geben unterschiedliche Funde Auskunft, so fand man unterschiedliches Werkzeug wie Beile, Bohrer, Kratzwerkzeug und Stichel. Darüber hinaus auch Sicheln, Messer (aus Stein) und Pfeilspitzen (zur Jagd und Verteidigung). Die Keramik ist typischerweise kugelförmig mit einem zylinderförmigen Hals. Auch Spuren der Webkunst sind zu entdecken.

In den Siedlungen finden sich Vorratsgruben außerhalb des Schwemmgebietes des Nils mit Feuerplätzen und Plätzen zur Verarbeitung des Jagdgutes. Dort fanden sich auch Überreste von Rindern, Nilpferden, Fischen, Schafen und Ziegen, die als Nahrungsquelle für die Fayummenschen gedient haben. Außerdem lassen sich schon typische landwirtschaftliche Zyklen erkennen. In der Feuchtperiode wurde Getreide ausgesät in der Trockenzeit wurde das geerntete Getreide mit Mahlsteinen verarbeitet.

Interessanterweise bleibt das Fayum-Becken auch in moderner Zeit der “Gemüsegarten Kairos”. Von den Königen Amenemhet II. und Sesostris II ist belegt, dass sie die Sümpfe trockengelegt und landwirtschaftlich erschlossen haben. Fayum wird später auch ein großer Kulktort für den Krokodilgott Sobek,

Merimde-Kultur

Ein wenig später, also ca. 5.000 bis 4.000 v.Chr. entwickelte sich die Merimde-Kultur, benannt nach ihrem Fundort Merimde ab, der etwa 45km nordwestlich des heutigen Kairos also nicht allzuweit weg vom Fayum-Becken liegt. Bei dieser Kultur wird eine Urkultur, eine mittlere Merimde-Kultur und eine jüngere Merimde-Kultur unterschieden. Es gab auch Beziehungen zur Fayum-Kultur.

Die Merimde-Kultur ist der Fayum-Kultur nicht unähnlich, besitzt aber auch einige Eigenheiten. So ist z.B. die Verwendung von Muscheln als Schmuck oder Pfeilspitzen oder die mit Fischgrätmuster dekorierte Keramik zunächst rotpoliert, später sogar auch grau- und schwarzpoliert ein typisches Merkmal dieser Kultur. Unter Polieren versteht man die Verdichtung und Glättung der keramischen Oberfläche, da noch keine Glasuren verwendet wurden. Die Keramik ist teller- und schalenförmig. Besonders interessant ist eine spezielle Kultkeramik nämlich zylinderförmige Becken die auf ringförmigen Sockeln stehen und vermutlich als kleine Altäre gedient haben.

Auch fand man kleine Kunstobjekte wie menschliche Figürchen und Figuren von Tieren wie z.B. Stiere um die sich ja später in dynastischer Zeit ein großer Kult entwickeln wird. Straußeneier dienten ähnlich wie die Muscheln als Schmuckmaterial. Roter Ocker diente vermutlich als Körperfarbe.

In der mittleren Merimde-Kultur geschieht ein enormer Entwicklungsschritt, der sich vor allem bei Waffen und den Werkzeugen bemerkbar macht. Lange Bohrer, komplexe Pfeilspitzen mit langen Flügeln, verschiedene Beilformen und Sicheln sind typische Artefakte.

Querschneider Pfeilspitze, Wikimedia Commons, Foto: 3Toumai

Querschneider Pfeilspitze, Wikimedia Commons, Foto: 3Toumai

Die jüngere Merimde-Kultur weist bereits eine hohe Siedlungsdichte auf. Ihre Keramik besteht aus ähnlichen Formen wie ihre Vorgängerkultur und umfasst zusätzlich kugelförmige Gefäße. Auch Standplatten und -ringe wurden gefunden.

Neben einer deutlichen Tendenz zum Getreideanbau zeichnet sich die Merimde-Kultur durch ihren jagdlichen Bezug zum Wasser aus. Nilpferde, Muscheln, Krokodile, Schildkröten und Fische standen hauptsächlich auf dem Speiseplan der Kultur, Landtiere dagegen kaum.

Omari-Kultur

Auf die Merimde-Kultur folgt die Omari-Kultur, die für etwa 200 Jahre in der Mitte des 5 Jahrtausends v. Chr. ihre Blütezeit hat. Sie liegt noch etwas näher beim heutigen Kairo, wie einige Fundorte zeigen. Die Omari-Kultur war vor allem landwirtschaftlich orientiert, hielt Ziegen, Schafe, Rinder und Schweine und baute Emmer und Weizen an. Gelegentlich wurden auch Nilpferde bejagt.

Die Bestattung der Toten verlief relativ schmucklos mit wenig Beigaben jedoch lässt sich eine Ausrichtung des Kopfes nach Süden feststellen. Die Gleichförmigkeit der Gräber und der Beigaben lassen auf eine fehlende Hierarchisierung und kaum vorhandene soziale Unterschiede dieser Kultur schließen.

(Buto-)Maadi-Kultur

4000 bis 3500 v. Chr. erblüht die Maadi-Kultur, benannt nach dem heutigen Vorort im Süden Kairos. Die Maadi-Kultur ist deswegen so bedeutend, weil sie die erste Kultur ist der Kupferfunde zugeordnet werden können. Mit ihr beginnt also die Kupferzeit. Zum Teil existieren auch Funde derselben Kultur von anderen Orten, wie etwa Buto, einer Stadt im Alten Ägypten, die vor allem für die Verehrung der schlangengestaltigen Wadjet, des Horus, der Bastet und der berühmten Isis bekannt ist. Daher der gelegentliche Namenszusatz “Buto-“.

Im Gegensatz zur Keramik der Merimde-Kultur ist die der Maadi-Kultur sehr einfach und zierdelos gehalten. Neben Keramikgefäßen gab es auch Gefäße aus schwarzem Basaltgestein. Zu den Kupferfunden gehören Beile und Kleinwerkzeug wie z.B. Angelhaken. Die Menschen der Maadi-Kultur betrieben Viehzucht mit Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen, also ähnlich wie die Merimde-Kultur, erste Nachweise finden sich auch von Eseln, möglicherweise als landwirtschaftliche Arbeitstiere oder Transporttiere, denn auch der Anbau verschiedener Getreidesorte ist für die Kultur belegt. Der Esel wird später zu einem der Tierarten, die dem Wüstengott Seth zugeordnet werden.

Die Maadi lebten in Hütten aus Holz und Stroh und abseits der Siedlungen befanden sich Friedhöfe. Die Toten wurden in Hockstellung bestattet mit nur spärlichen Beigaben, so dass man auch hier von einer kaum vorhandenen sozialen Differenzierung ausgehen kann.

Badari-Kultur

Mit der Badari-Kultur, die etwa 4000 v.Chr. herrschte beginnt die sog. Prädynastik. Auch diese kennt natürlich Kupfer zur Fertigung verschiedener Nutzgegenstände und erstmals taucht nun auch die Fayence auf, also die für das alte Ägypten so berühmte Keramik aus Quarzsand mit der typischen türkisen Glasur, die sich in dieser Kultur vor allem in Form von Schmuckperlen findet. Die altägyptische Bezeichnung für Fayence ist “tjehenet” was so viel bedeutet wie “glänzend” oder “funkelnd”. Bis dato wurde Keramik nur durch Polieren abgedichtet.

Eine Besonderheit der Badari-Kultur ist ihr Rinderkult, der zuvor schon in Nabta Playa entdeckt wurde. Rinder wurden geopfert und in steinbedeckten Kammern bestattet. Man vermutet darin den Ursprung des Hathor-Kultes.

Für die Badari-Zeit gibt es auch erste Spuren der Mumifizierung. Die Toten wurden mit in Harz getränkten Leinenbinden umwickelt, die durch ihre keimtötende Wirkung vor Verwesung schützten. Das Übrige übernahm der trockene Wüstensand. Auch kleine Grabfiguren konnten gefunden werden.

Badari Figur aus Nilpferd-Knochen, Wikimedia Commons, Foto: Jon Bodsworth

Badari Figur aus Nilpferd-Knochen, Wikimedia Commons, Foto: Jon Bodsworth

Naqada-Kultur

Fast parallel zur Badari-Kultur folgt die Naqada-Kultur (ca. 4.000-3.200 v.Chr.) die nun als unmittelbarer Vorläufer des dynastischen Ägyptens gilt. Die Naqada-Kultur, benannt nach der Stadt Naqada 45km nördlich von Luxor, wird in drei Abschnitte unterteilt, nämlich Naqada I, II und III. Für diese Kultur ist sogar die Verwendung unabhängiger Schriftzeichen belegt, die eine gewisse Ähnlichkeit mit sumerischen Schriftzeichen hat, aber dennoch genügend eigene Merkmale. Die Naqada-Menschen leben von der Jagd, der Tierhaltung und dem Ackerbau.

Die Keramik ist ausgefeilt in unterschiedlichsten Tönungen und neben geometrischem Dekor findet sich auch eine detaillierte Darstellung von Jagdszenen, Kampfszenen und sogar Kultszenen. Auch männliche und weibliche Tonfiguren wurden hergestellt. Überhaupt nimmt nun die Darstellung von Menschen stark zu.

Die Bestattungen weisen deutliche soziale Unterschiede auf. Es gibt eine Elite deren Grabbeigaben ungleich reichhaltiger und wertvoller sind. In Hierakonpolis (altägyptisch „Nechen“) zeichnet sich eine Art politisches Zentrum ab, das möglicherweise den Grundstein für das spätere Königtum Altägyptens lieferte. Hierakonpolis wird später Hauptstadt des 3. Oberägyptischen Gaues und ein bedeutendes oberägyptisches Handelszentrum. Auch der älteste nachgewiesene Fund der Bierbrauerei findet sich im Rahmen der Naqada Kultur.

In Naqada III finden sich schließlich erstmals hieroglyphische Inschriften auf Keramik, wie z.B. im Grab des Regenten Skorpion I. der zum dritten Abschnitt der Naqada-Kultur gezählt wird und damit Ägyptens erster Pharaos ist. Skorpion I. wurde aufwendig bestattet mit einem 12-teiligen Grab, das insgesamt 8m auf 10m misst und reich mit Beigaben gefüllt war. Sein Regierungsgebiet erstreckte sich über Abydos, Naqada, Hierakonpolis sowie Elephantine, Orte die in der späteren ägyptischen Hochkultur wichtige Zentren des Kultes, des Staatsweses und der Wirtschaft bildeten.

Artefakte der Naqada Kultur, Wikimedia Commons

Artefakte der Naqada Kultur, Wikimedia Commons

Die Mumie von Uan Muhuggiag

Keine Kultur aber ein faszinierender Fund gelang dem italienischen Archäologen Prof. Fabrizio Mori im Acacus Gebirge in der libyischen Wüste. Er fand die Mumie eines kleinen Jungen, der mit hochentwickelten Mumifizierungstechniken einbalsamiert und bestattet worden war. Der Junge, der nach seinem Fundort Uan Muhuggiag benannt wurde, gehörte einem nomadischen Stamm von Rinderhirten an, die in der grünen Savanne der heutigen Sahara lebten.

Steinzeichnungen in Tadrat Acacus (Gebirge), Wikimedia Commons, Foto: Roberto D'Angelo (roberdan)

Steinzeichnungen in Tadrat Acacus (Gebirge), Wikimedia Commons, Foto: Roberto D’Angelo (roberdan)

Mori fand eine Höhle mit aufwändigen Zeichnungen von schakalköpfigen Menschen, die sehr der späteren Darstellung des Schakalgottes Anubis und ähnelten. Im weichen Sandboden entdeckte er ein in Ziegenleder geschlagenes Bündel, dass die Mumie des Jungen enthielt. Seine Eingeweide waren entfernt und getrennt aufbewahrt sowie mit Wildkräutern konserviert worden. Mit 5500 Jahren ist diese Mumie deutlich älter als alle vergleichbaren altägyptischen Mumien. Das Kind selbst war bei seiner Bestattung ca. 3 Jahre alt.

Altes Ägypten – Natur als kulturelle Basis

Sämtliche vorgeschichtliche und prädynastische Kulturen eint die enge Verbundenheit mit den Zyklen der Natur und die Abhängigkeit von topographischen und klimatischen Gegebenheiten. Diese Aspekte verlieren in der gesamten altägyptischen Hochkultur, die über 4000 Jahre anhält, niemals ihre Bedeutung. Sie bilden Grundstein der altägyptischen Spiritualität und sind lebensbestimmend für jeden Menschen vom einfachen Hirten bis hin zum gottgleichen Pharao.

Die regelmäßigen Überschwemmungen des Nils, die von den Monsunregenfällen des äthiopischen Hochlands verursacht wurden, lieferten bis zu drei reichhaltige Ernten im Jahr. Den dort lebenden Menschen wurde bald bewusst, dass sie nur durch organisierte Zusammenarbeit diese Fruchtbarkeit maximal erschließen konnten. Die Altägypter betrieben von Anfang an eine Politik der Inklusion. Statt die Gesellschaft auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einen, durfte eine bunte Gesellschaft mit zahlreichen Gottheiten und unterschiedlichsten kulturellen Merkmalen organisch heranwachsen, die über die Jahrtausende hinweg stabil blieb und sich in einer Religion manifestierte, die Beständigkeit und soziales Miteinander heiligt und die Natur als Lebensgrundlage ehrt. Dieser Geist ist bezeichnend für die gesamte altägyptische Religion, Kultur und Gesellschaft und mündet in ein allesumfassendes heiliges Konzept, dem Prinzip der Ma’at.

Dua Ma’at!

Der Nil bei Assuan, Wikimedia Commons, Foto: Tbachner

Der Nil bei Assuan, Wikimedia Commons, Foto: Tbachner

Weiterführende Links:

http://www.archaeology.org
http://www.hierakonpolis-online.org/
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dynastik_(%C3%84gypten)

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2 Responses to Altes Ägypten – was war vorher?

  1. sigillum says:

    Danke für die Vielfalt an geschichtlichen Aspekten. Trägt zu einem besseren Verständnis für die Entwicklung bei!

    • Sati says:

      Danke, dass Du das sagst. Das war natürlich meine Hoffnung.🙂

      Viele scheinen die Vorstellung zu haben, dass die altägyptische Hochkultur plötzlich aus dem Nichts da war und das stimmt einfach nicht. Stattdessen gibt es ja eine durchaus logische und nachvollziehbare Entwicklungslinie, die zudem noch viel über die altägyptische Mentalität aussagt.

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